Davis Cup Legenden und ihre Geschichten

2013 wird der Davis Cup 113 Jahre alt, 113 Jahre, in denen Spieler nicht nur Sportgeschichte schrieben, sondern oft auch ihre eigenen Geschichten, humorige und berührende.

Die Tennisstars von einst

Der größte Star, den der Davis Cup je hervorgebracht hat, ist wohl Boris Becker. Mit nur 17 Jahren war er der jüngste Spieler in der Geschichte des Bewerbs, als er 1985  gleich in seiner ersten Saison das Finale erreichte. Er konnte damals zwar die Einzelsiege erringen, durch die Misserfolge im Doppel ging der ersehnte Pokal jedoch an Schweden. Mit Boris Becker konnte Deutschland sich im internationalem Tennis und speziell beim Davis Cup immer wieder behaupten.

John McEnroe

John McEnroe – Foto: dbking, flickr.com

Was Boris Becker für Deutschland geworden ist, war John McEnroe für die USA. Er spielte insgesamt 30 Davis Cup Partien, ging im Einzel aus 49 Matches 41mal als Sieger hervor, im Doppel verlor er zwei von 18 Spielen. In Hartford trafen einst Becker und McEnroe aufeinander, doch der Deutsche konnte seine Überlegenheit zeigen.

Als dritter Star im Bunde ist sicher Björn Borg zu nennen, der Schwede mit 37 Siegen bei nur drei Niederlagen. Vom Publikum und seinen Gegner wurde ihm der Name „Iceborg“ verliehen. Seinen von Fans verliehenen Namen „Young Bull of the Pampas“ trug der Argentinier Guillermo Vilas mit Stolz. Er war 14 Jahre lang im argentinischen Team. Ihm wurde von der International Tennis Hall of Fame der Davis Cup Award of Exellence um seine Verdienste um den Davis Cup verliehen. Andre Agassi, der Star der 90er Jahre, trat zu seinem ersten Match mit beinahe 18 an, nur wenig älter als Boris Becker. 1990 und 1992 gewann er den Davis Cup für die USA. (Quelle: hier)

Davis Cup: Spieler schrieben auch Geschichten

Als der Kroate Ljubicic seinen Spint öffnete, erschrak er, denn in ihm fand er den unbekleideten französischen Spieler Michael Llodra. Auf die Frage, was er in dem Spint mache, soll er entgegnet haben, er versuche, positive Energie aufzunehmen, denn Ljubicic hätte in diesem Jahr schon viele Siege errungen. Tatsächlich blieb ihm jedoch auf der Flucht vor Fans der Weg in den Spint des gegnerischen Spielers als einziger Ausweg.

Aber auch Geschichten der Rührung werden geschrieben, wie beim Finalspiel im Jahr 2012, bei dem Tschechien den begehrten Pokal erringen konnte. Nach dem erfolgreichen Matchball im Finale fiel der Tscheche Radek Stepanek auf die Knie und weinte hemmungslos Freudentränen, gerührt über den Sieg für sein Land.

Interessant ist auch, wie sich Roger Federer, der beste Tennisspieler unserer Zeit im Davis Cup geschlagen hat. Er hatte natürlich mit der Schweiz durch die fehlenden anderen Weltklassespieler nie eine echte Chance auf den Titel, konnte sein Team aber trotzdem 2003 ins Halbfinale des Bewerbs bringen. 2004, 2001 und 1999 war im Viertelfinale Endstation, und nach 2005 konzentrierte sich Federer auf seine Einzelkarriere.

Danach trat er nur mehr an, um die Schweiz vor dem Abstieg aus der Weltgruppe zu bewahren, was ihm aber auch nicht immer gelang. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass ein Team mit zwei gewonnenen Einzelpartien trotzdem 2:3 verlieren kann.

2012 gegen die USA trat er wieder für die Schweiz in einem Erstrundenspiel der Weltgruppe an, verlor aber sowohl sein erstes Einzel als auch das Doppel.

Andreas Haider-Maurer

Für das Achtelfinale des Davis Cup 2013 hat Österreich ein gutes Los gezogen. Mit Kasachstan als Gegner sollte einem Aufstieg nichts im Wege stehe. Im Gegensatz zum Nationalteam kann Kasachstan keinen Spieler in den Top 100 der Weltrangliste aufweisen. Das Achtelfinale wird zwar auswärts abgehalten, doch sollten sich Österreichs Spieler behaupten. Nach einem Aufstieg ins Viertelfinale ist jedoch zu erwarten, dass gegen den Davis Cup Sieger 2012, Tschechien, gespielt werden muss.

Haider-Maurer bestand die Probe

Bei der ersten Qualifikationsrunde der Australian Open stand Andreas Haider-Mauerer dem Kasachstanen Evgeny Korolev gegenüber, und bestand. Ob das Spiel ein Omen für das Achtelfinale war, wird sich jedoch erst zeigen. Korolev konnte mit 7:5 und 6:2 besiegt werden. In der zweiten Qualifikationsrunde gegen den Kanadier Peter Polansky schied Haider-Maurer jedoch aus. Das Los beim Australian Open zeigte sich übrigens auch für Teamkollegen Jürgen Melzer von der schicksalhaften Seite. Sein Gegner im Hauptbewerb kommt ebenfalls aus Kasachstan, Mikhail Kukushkin. Sehr wahrscheinlich ist, dass sich im Februar beim großen Kampf der Nationen die Spieler wieder gegenüberstehen werden.

Sieg gibt Selbstvertrauen

Für Haider-Maurer, der im Vorjahr immer wieder mit Knöchelproblemen kämpfte, bedeutet der Sieg über Korolev auch Selbstvertrauen. Zwar befand er sich nach dem ersten Satz durch ein Break im Rückstand, schaffte es jedoch durch ein gekonntes Rebreak doch noch, den Satz für sich zu entscheiden. Im zweiten Satz war Haider-Maurers Dominanz von Beginn an zu spüren, was sich im Endergebnis von 6:2 verdeutlichte. Im Melbourne wurde auf Hardcourt im Freien gespielt, in Kasachstan wird es Sand in der Halle sein. Das durch den Sieg gewonnene Selbstvertrauen wird in jedem Fall Haider-Maurer bei der Umstellung helfen.

Nicht unter den Top 100

Was für die kasachstanischen Spieler gilt, trifft auch für viele österreichischen zu: Die Top 100 sind noch nicht erreicht. Haider-Maurer jedoch sollte die Hürde bald schaffen, auf der Weltrangliste unter den 100 besten Spielern zu rangieren. Aber auch für Gerald Melzer, Michael Linzer und Dominic Thiem könnte es nach einigen Erfolgen klappen, zwar nicht in die Top 100, aber doch auf verbesserte Ränge. Speziell Dominic Thiem hat die Fähigkeiten, er könnte heuer noch richtig durchstarten.

Zur Person Andreas Haider-Maurer

Der gebürtige Waldviertler Andreas Haider-Maurer nahm 2006 zum ersten Mal an der ATP-Tour teil, bei der er den Argentinier Damian Patriarca besiegen konnte. In der zweiten Runde wurde er jedoch von dem Weißrussen Max Mirny geschlagen, dennoch zeigte sich 2006 als Erfolgsjahr. Haider-Maurer gewann seine ersten beiden Future Turniere. 2011 qualifizierte er sich erstmals bei den French Open für einen Majorturnier-Hauptbewerb. Zuletzt zeigte er sein Können erfolgreich mit der Davis Cup Mannschaft im Spiel gegen Russland.

Video Impressionen vom Court

Der ÖTB hat hier in diesem Video Impressionen vom Court vor dem Duell gegen Frankreich eingefangen:

Österreich vs. Frankreich

Österreich vs. Frankreich

Die Weltgruppe – Die 16 besten Tennis-Nationen

weltgruppeIn der Weltgruppe spielen die 16 besten Teams, die um den Sieg im Davis Cup kämpfen. Darunter speilen die Mannschaften in sogenannten Kontinentalgruppen, von der Kontinentalgruppe 1 bis zur Gruppe 4. Diese Gruppen teilen sich wieder ein verschiedene Zonen auf, so gibt es etwa die Amerikazone, die Europazone, die Afrikazone und die Ozeanien-/Asienzone.

In einer Relegation werden die Aufsteiger und die Absteiger in die Weltgruppe ermittelt.

Einige Fakten zu den 16 Nationen der Weltgruppe

  • Die kanadische Mannschaft, die im Achtelfinale im Heimspiel gegen Spanien kämpft, kann mit einem Rekord aufwarten. Der ehemalige Teamspieler Harry Fritz spielte in der Geschichte des Davis Cup die meisten Spiele, 100 Stück, in einem Match gegen den Venezuelaner Jorge Andrew. Die spanische Mannschaft gewann den Davis Cup bereits fünfmal.
  • Die USA nimmt es im Achtelfinale gegen Brasilien auf. Sie zeigt sich mit 32 Siegen als siegreichste Nation. Ihr kommt auch der Status zu, den Davis Cup im Jahre 1900 unter dem damaligen Namen International Lawn Tennis Challenge ins Leben gerufen zu haben. Brasilien konnte sich dagegen nur zweimal ins Semifinale vorkämpfen.
  • Kasachstan tritt zum zweiten Mal zum Davis Cup an. Gegner Österreich dagegen ist beinahe schon ein Davis Cup Profi. Der letzte große Erfolg der österreichischen Mannschaft war 1990, als sie ins Halbfinale aufstiegen, dabei jedoch gegen die USA verloren.
  • Mit dem neuen Capitän Arnauld Clement wird der neunfache Davis Cup Sieger Frankreich ins Achtelfinale gehen. Sein Gegner im Heimspiel ist Israel. Israels Debut beim Davis Cup fand 1949 statt, das beste Ergebnis konnte die Nation 2009 erzielen, als sie sich ins Semifinale spielte.
  • Schweiz gegen Tschechien heißt es im Achtelfinale. Von acht Spielen gegen die Tschechien, musste die Schweiz sechs Mal geschlagen den Platz verlassen. Der größte Erfolg der Schweizer war das Aufsteigen 1992, wobei sie dann auf das starke amerikanische Team Andre Agassi, Pete Sampras, Jim Courier and John McEnroe stießen, dem sie schließlich nicht gewachsen war.
  • Sie standen sich bereits zweimal in der Weltgruppe gegenüber – Kroatien und Italien. Kroatien konnte die Siege verzeichnen, doch stets nur nach hartem Kampf. Im Endspiel 2005 konnte die kroatische Mannschaft die Slowakei bezwingen und den Pokal holen.
  • Italien kann jedoch einen anderen Rekord aufweisen. Die meisten Matches in der Geschichte des Davis Cup bestritt mit 164 an der Zahl Nicola Pietrangeli. Er hält auch den Rekord der meisten Einzel- sowie Doppelsiege.
  • Deutschland muss sich im Achtelfinale auf den Weg nach Argentinien machen, um hier diesem starken Gegner gegenüberzutreten. Argentinien kann einen Rekord an Ausdauer aufweisen. 2002 spielten Lucas Arnold-Ker und Davis Nalbandian im Doppel des Halbfinales gegen die Russen Yevgeny Kafelnikov und Marat Safin im längsten Doppel der Geschichte. 6 Stunden und 20 Minuten standen sie einander gegenüber.

Davis Cup Spielplan 2013

Das Achtelfinale des Davis Cup 2013 startet laut Spielplan mit den ersten drei Spieltagen am 1. Februar. 16 Nationen kämpfen dabei um den Abstieg oder das Weiterkommen ins Viertelfinale. Die Gegner sind ausgelost, die Spiele fixiert, die einzelnen teilnehmenden Spieler werden zum Großteil erst nominiert. Letzter Termin für die Bekanntgabe der Spielernamen ist zehn Tage vor Spielbeginn. In manchen Ländern wird um die Nominierung noch hart diskutiert.

Die Paarungen im Achtelfinale

Als Gegner werden sich von 1. bis 3. Februar folgende Nationalmannschaften gegenüberstehen:

Spielplan Achtelfinale:

  1. Kasachstan – Österreich
  2. Argentinien – Deutschland
  3. Kanada – Spanien
  4. Italien – Kroatien
  5. Belgien – Serbien
  6. USA – Brasilien
  7. Frankreich – Israel
  8. Schweiz – Tschechien

flagge austriaWährend Österreich mit Kasachstan einer Mannschaft gegenübertritt, gegen die sich das österreichische Team gute Chancen ausrechnet, hat der Spielplan Deutschland schwerer getroffen. Argentinien wird zwar ohne seine Nummer eins, Del Potro, antreten, doch die Kämpfe und Diskussionen in den letzten Monaten haben ihre Spuren im deutschen Team hinterlassen. Zwar hat Argentinien im Gegensatz zu Deutschland noch keinen Finalsieg beim Davis Cup errungen, doch verspricht dieses Spiel große Spannung.

Die im Vorjahr siegreiche tschechische Mannschaft hat mit der Schweiz eher ein gutes Los gezogen und wird kaum Probleme haben, ins Viertelfinale einzuziehen. Ebenso zeigt sich die Situation der USA gegen Brasilien sowie Frankreich gegen Israel, doch für Überraschungen konnte in der Geschichte des Davis Cup oft genug gesorgt werden.

Die gesamte Auslosung und eine Übersicht der Paarungen: http://de.wikipedia.org/wiki/Davis_Cup_2013

Überraschungen im Davis Cup

2012 ging der Pokal an Tschechien, vor dem Achtelfinale hat wohl kaum jemand mit diesem Überraschungssieg gerechnet. Auch 2010 hätte niemand gewagt, den Sieg Serbiens vorauszusagen, das im Finalspiel selbst gegen Frankreich dominierte. 2004 sorgte Spanien für eine Überraschung, ebenso gegen einen starken Gegner im Finalspiel gegenüberstehend, nämlich der USA. Rafael Nadal spielte im Finale ein hartes Match gegen den Amerikaner Andy Roddick. Im Jahr zuvor kam Spanien zwar auch ins Finale, verlor jedoch gegen Australien.

Von den Nationen, die 2013 in der Weltgruppe spielen, waren bisher Belgien, Israel, Argentinien, die Schweiz, Kasachstan, Brasilien noch nie Sieger des Davis Cup. Die USA konnten jedoch bereits 32mal den Bewerb für sich entscheiden. Australien, ebenfalls 28mal siegreich, spielt 2013 nicht in der Weltgruppe. (alle Sieger seit 1900 finden Sie hier)

Auch das historische Mutterland des Tennissports, Großbritannien, immerhin 9mal Davis Cup Siegerland, ist nicht in der Weltgruppe vertreten. Auch Schweden und Russland fehlen in der Aufstellung.
16 Nationen im Achtelfinale versprechen in jedem Fall Spannung und Tennis vom Feinsten, ein Grund mehr die Matches zu verfolgen.

Der Tennis Davis Cup 2013

In diesem Jahr wird der wohl bedeutendste Bewerb im Tennissport bereits zum 102. Mal ausgetragen. 130 Nationen nehmen an den Titelkämpfen teil und 16 Mannschaften spielen in der Weltgruppe. Nicht nur Sportler und Tennis Begeisterte auf der ganzen Welt fiebern dem großen Ereignis entgegen. Längst ist der Davis Cup auch zu einem gesellschaftlichen und internationalen Ereignis geworden. Link: Davis Cup 2013

Die Regeln: vier Einzel und ein Doppel

jahr 2013Generell werden beim Davis Cup fünf Spiele gespielt. Nachdem der Bewerb jeweils an drei aufeinanderfolgenden Tagen ausgetragen wird, werden die Einzel stets am Freitag, die Doppel am Samstag und am Sonntag die verbliebenen Einzel ausgespielt. Die Ergebnisse aus allen Spielen werden zusammengezählt. Für jeden Sieg wird ein Punkt vergeben.

Die siegreiche Mannschaft kann also maximal fünf Punkte erhalten, der Sieg kann jedoch bereits mit 3 Punkten errungen werden. Dabei wird nach dem k.o. Prinzip vorgegangen. Die Verlierer aus dem Achtelfinale scheiden aus und die Sieger steigen ins Viertelfinale auf. Der Weltgruppe sind andere nationale Gruppen nachgeordnet sind, diese spielen sodann gegen die Verlierer aus dem Achtelfinale, dabei wird um die Entscheidung gespielt, wer im folgenden Jahr in der Hauptgruppe mitmischen darf. Mehr zu den Regeln.

Bis 1980 wurde ohne Tie-Break gespielt

Bis 1980 wurde beim Davis Cup ohne Tie-Break gespielt. Der Tie-Break verkürzt Entscheidungen durch eine bestimmte Zählweise, so kann bei einem unentschiedenen Satz von 6:6 eine Entscheidung herbeigeführt werden. Der Gewinner des Tie-Break entscheidet dann den Satz mit 7:6 für sich. Auch werden Entscheidungen durch das best-of-three verkürzt. Steht es nach dem Doppel 3:0, entfallen die letzten zwei Gewinnsätze.

Mannschaftsgeist und Nationalbewusstsein

Im Gegensatz zu anderen internationalen Tennisturnieren ist der Davis Cup kein Einzelsport. Hier wird im Team gespielt, für die Mannschaft, für die eigene Nation. Dadurch wird der Bewerb auch bei den Spielern und beim Publikum emotionaler bewertet. Einige große Tennisstars mussten sich im Laufe der Jahre von ihren Fans und von den Medien ihres Heimatlandes bösen Kritiken stellen, wenn sie etwa die Teilnahme für ihre Nation am Davis Cup verweigerten.

Björn Borg sei hier ebenso als Beispiel zu nennen wie Boris Becker. Tennis beim Davis Cup ist ein Mannschaftssport, in dem es gilt, gemeinsam für ein Weiterkommen und schließlich den Sieg zu kämpfen. Der Pokal geht dabei auch nicht an einen Einzelsportler, sondern an ein Team, das sein Heimatland beim Bewerb vertritt. Aus diesem Grund wird der Davis Cup auch intensiver verfolgt und die Spiele von einem weltweit größerem Publikum verfolgt als jeder andere Tennisbewerb. Patriotismus verstärkt dabei das Interesse.